Geschichte der Spechtpassage

1945 – 1986

Salzstraße, Sommer 1945

Hunger und extreme Wohnungsnot prägten die ersten Nachkriegsjahre. Die Entnazifizierung der Stadtverwaltung verlief sehr zögerlich. Mit Unterstützung der französischen Militärverwaltung wurden nur ca. 8000 Flüchtlinge aus dem Osten aufgenommen. Der neu entstandene Badische Gewerkschaftsbund war teilweise von Angehörigen der Kommunistischen Partei (Max Faulhaber) beherrscht. 1946 kam es zu einem vorübergehenden Zusammenschluss von Sozialisten und Kommunisten zu einer Einheitspartei. Marschallplan, Währungsreform und die Wiederbewaffnung stießen in Freiburg auf heftigen Widerstand. Mit dem Verbot der Kommunistischen Partei 1956 kamen diese Aktivitäten zum Erliegen.

Bis 1955 beherrschte der Wiederaufbau die Stadtentwicklung. 1970 war die Bevölkerung Freiburgs auf 162.000, vor allem durch Zuwanderung und Eingemeindungen gewachsen. Wie in der gesamten BRD nahm die Kinderanzahl ab, Einwohner über 65 Jahre nahmen zu. Nur 56% der Erwachsenen waren verheiratet mit abnehmender Tendenz. 1963 hatte Freiburg das höchste Wohnungsdefizit im ganzen Bundesgebiet. 

Münsterplatz 1961

Es entstanden neue Stadteile: Weingarten, Landwasser, das Rieselfeld und Vauban, die aber den Bedarf nicht deckten.1977 gab es in Freiburg 68.000 Wohnungen, von denen die Hälfte erst nach 1961 gebaut worden waren. Zehn Jahre später waren nur 4000 Wohnungen hinzugekommen. Es bestand ein ständiger Fehlbestand von ca. 3000 Wohnungen. Der Schwerpunkt der Stadtentwicklung lag westlich der Bahnlinie mit den Stadtteilen: Betzenhausen, Landwasser, Haslach, Weingarten, St. Georgen und Mooswald West. Die Zahl neuer Arbeitsplätze wuchs mit ca. 1 % jährlich langsamer als in anderen Kreisen Baden- Württembergs. 1970 gab es 94.195 Arbeitsplätze, 1987 111.000, die meisten im tertiären Bereich. 1991 waren nur noch 21 % der Arbeitsplätze im produzierenden Bereich. Fremdenverkehr, Kliniken und Universität hatten die höchsten Mitarbeiterzahlen Die Arbeitslosigkeit schwankte zwischen 5 – 9%. 1986 waren 6% der Bevölkerung auf Sozialhilfe angewiesen. vi

Seit 1956 wurden in Freiburg die Oberbürgermeister direkt gewählt. Auf Josef Brandel folgte von 1962 bis 1982 Eugen Keidel. Sein Nachfolger wurde Rolf Böhme (SPD). Wie Keidel verstand er es mit wechselnden Mehrheiten der zwei Hauptgruppierungen zu regieren: den sogenannten Bürgerlichen (CDU, FWV, FDP) und den angeblich Linken (SPD, Grüne, Sonstige). Nach seiner zwanzigjährigen Amtszeit wurde 2001 der Grüne Dieter Salomon zum Oberbürgermeister gewählt.